Jedes Unternehmen möchte schon durch seinen Namen und sein Logo auffallen, möglichst ansprechend sein, positive Assoziationen wecken und am besten sofort in Erinnerung bleiben. Deshalb geben sich die Firmen oft sehr viel Mühe bei der Namensgebung und der Entwicklung des dazu passenden Logos, das als Wortmarke, als Wort-Bildmarke oder als Bildmarke schließlich auf Briefköpfen und in Emailsignaturen zu finden ist. Selbstverständlich möchte niemand, dass das Ergebnis dann auch von einem anderen Unternehmen für eigene Marketingzwecke genutzt wird.

Darum lassen sich viele Firmen ihre Marken schützen und gehen zuweilen recht forsch gegen andere vor, die sich einer vergleichbaren oder sehr ähnlichen Marke bedienen. Welche Schritte Sie unternehmen sollten, um eine Marke zu entwickeln, die vor solchen Angriffen geschützt ist, finden Sie hier als Übersicht.

Schritt 1: Recherche

Grundlage für die Entwicklungsarbeit ist eine gezielte Recherche. Sie können selbst in der Datenbank des Deutschen Patent- und Markenamtes (DPMA) kostenfrei nach deutschen Marken recherchieren, eine vollständige Suche empfiehlt sich jedoch über die Datenbanken des Amtes der Europäischen Union für geistiges Eigentum (EUIPO) und der Weltorganisation für geistiges Eigentum (WIPO).

Jede Marke ist einer oder mehreren bestimmten Klassen von Marken zuzuordnen, die als „Nizza-Klassen“ (NCL) bezeichnet werden. Durch die Klassifikation werden zwar einerseits die Nutzungsrechte der Marke begrenzt, andererseits wird sie aber genau dadurch auch geschützt.

Sind zwei Marken identisch oder ähnlich ausgestaltet und sind die Markenklassen, für die die Marken geschützt werden, identisch oder ähnlich, bedeutet dies eine Markenkollision. Diese kann von den Inhabern der anderen Marke gemeldet werden, die damit ihre eigene Marke schützen möchten.

Damit dies Ihnen nicht passiert, sollten Sie prüfen lassen, ob die Rechte an Ihrer Wunschmarke bereits vergeben sind. Für diese Recherche sind die Anmelder einer Marke immer selbst verantwortlich. Es gibt zahlreiche gewerbliche Dienstleister, die diese komplexe Aufgabe übernehmen.

Schritt 2: Attribute festlegen

Bei der Suche nach einem passenden Namen für das neuzugründende Unternehmen kommt es auf verschiedene Faktoren an, die dabei helfen, den Markennamen unverwechselbar und eingängig zu machen. Da der Mensch grundsätzlich Sprache gedanklich in Bilder umsetzt, sind die bildlichen Assoziationen wichtig, die durch einen Markennamen ausgelöst werden. Sie sollten sich also Gedanken darüber machen, welche „Bilder“ durch Ihren Markennamen im Kopf Ihres Kunden hervorgerufen werden und ob diese Bilder zu Ihrem Angebot passen.

Darüber hinaus ist es gut, wenn schon durch den Namen der Nutzen des Produktes bzw. Ihrer Dienstleistung erkennbar wird.

Beispiele: „Slimfit“, „Nirosta“

Außerdem sollten die Assoziationen der Kunden möglichst positiv sein, zum Beispiel

„Nimm 2“, „Meister Proper“.

Unverwechselbarkeit ist ebenfalls eine wünschenswerte Eigenschaft eines Markennamens. Einige derartiger Namen sind im Lauf der Zeit zu feststehenden Begriffen geworden, die ganze Produktgruppen umfassen.

Beispiele: „Tempo“, „Nivea“, „Uhu“, „Kodak“Schritt

Schritt 3: Gestalten der Marke

Wenn Sie Ihre Recherche abgeschlossen und die Attribute festgelegt haben, geht es an die Gestaltung der Marke. Sehr viele Unternehmen aus dem Bereich von Training, Coaching und Beratung haben sich für sogenannte Wort-Bildmarken entschieden. Über die Unterschiede zwischen Wortmarke, Wort-Bildmarke und Bildmarke und was bei den verschiedenen Varianten zu beachten ist, finden Sie ausführliche Informationen auf der Seite des DPMA.

Wenn Sie ein Logo mit Bildelementen gestalten und auf Bildangebote aus dem Netz oder auch aus Büchern oder anderen Printmaterialien zurückgreifen möchten, achten Sie unbedingt auf die Urheberrechte. Selbstverständlich können Sie auch selbst grafisch gestalten, aber auch dabei sollten Sie beachten, dass Sie nicht einfach etwas bereits Vorhandenes abzeichnen und dann als Eigenkreation ausgeben.

Egal, ob Sie selbst ein Logo gestalten oder ob Sie sich professionelle Unterstützung einholen, in jedem Fall sollten Sie prüfen bzw. prüfen lassen, ob es bereits ein ähnliches oder gleiches Logo oder Bildelement gibt, das schon angemeldet ist und Markenschutz genießt. Es ist oft erstaunlich, wie viele Menschen gleiche oder sehr ähnliche Ideen gehabt haben.

Schritt 4: Anmelden der Marke

Die Anmeldung beim DPMA können Sie entweder selbst vornehmen, Sie werden durch die verschiedenen Schritte auf der Internetseite durchgeführt. Die Gebühren für die elektronische Anmeldung Ihrer Marke betragen mindestens € 290,00 (Stand 27.08.2020).

Alternativ können Sie die Anmeldung auch von einem Patentanwalt vornehmen lassen. Diese Variante ist in jedem Fall kostenintensiver, allerdings müssen sie sich selbst dann nicht mit den verwaltungstechnischen Aufgaben befassen und können dies alles getrost der Kanzlei überlassen.

(Text: Bettina Leitner, Trainerversorgung e.V.)